Manager Feedback

Upward-Feedback ist ein altbekanntes und sehr erfolgreiches Konzept, um Führungskräften die Chance zu geben, offenes Feedback zu bekommen und sich daran ausrichten zu können. Die meisten Führungskräfte schaffen keinen Raum für offenes Feedback und selbst, wenn sie diesen Freiraum schaffen, ist nicht gesagt, dass Mitarbeiter sich offen äußern wollen. Eine anonyme Online-Befragung stellt einerseits sicher, dass nur jeder Mitarbeiter seiner Führungskraft ein Feedback geben kann, dies aber anonym tun kann. Führungskräfte erhalten erst ab einer zu vereinbarenden Anzahl an Feedbacks eine statistische Auswertung über das ihnen jeweils zugedachte Feedback und können sich im Vergleich zur Statistik der Gruppe der Führungskräfte selbst einordnen.

Wichtig ist zu verstehen, dass es um keine Form der Bewertung geht, weswegen schon so manche Führungskraft ein Feedback aus Unverständnis abgelehnt hat. Es geht darum, das Verhalten der Führungskraft mit dem gewünschten Verhalten (erwünschte Führungskultur) zu vergleichen, d.h. die Feedback-Fragen an die Mitarbeiter sind so formuliert, dass abgefragt wird, ob die Führungskraft die jeweils erwünschte Verhaltensweise gezeigt hat. Unserer Erfahrung nach ist der Missbrauch dieses Instrumentes durch Mitarbeiter fast zu vernachlässigen und meist einfach erkennbar, daher brauchen Führungskräfte davor sicher keine Angst zu haben.

Ziel des Feedbacks ist nicht, die einzelnen Führungskräfte aktiv mit ihren Defiziten zu konfrontieren; jede Führungskraft bekommt die für sie individuell erstellte Auswertung vertraulich und kann dann selbst über Maßnahmen der Veränderung entscheiden. Auch die Angst des Unternehmens, dass sich dadurch nichts ändert, ist unbegründet. Wenn eine Führungskraft das Feedback erhält, sich nicht entsprechend der vom Unternehmen gewünschten Führungskultur zu verhalten und schlechter als der Durchschnitt der Manager abschneidet, dann zeigt das anschließend Wirkung im Verhalten gegenüber Mitarbeitern, Kunden etc. - nur in "hoffnungslosen Fällen", die es sicher auch geben mag, wird sich vielleicht keine Verbesserung einstellen.

Das Konzept des Upward-Feedback beruht darauf, dass in dem Unternehmen Werte und daraus abgeleitet eine Führungskultur verankert werden sollen. Werte und Führungskultur sind immer per se vorhanden, eine Änderung bedarf in erster Linie der Transparenz der Abweichungen vom "Soll"; dazu eignet sich ein Feedback-System perfekt. Aber auch die Soll-Kultur muss gut durchdacht und jederzeit erklärbar sein - es darf sich dabei also nicht um ein Dekret handeln, dessen Sinn nicht verstanden wird. So wird dann das Upward-Feedback auch gleichzeitig zur Plattform der Diskussion über Werte und Führungskultur. Auch deshalb können und wollen wir als externe Berater nur Anregungen dazu geben (und dabei unterstützen, ein konsistentes Werte-Kultur-Gebäude zu erstellen), wir dürfen aber nicht die Verantwortung für die Entscheidung über eine gewünschte Führungskultur übernehmen.

Das Upward-Feedback lässt sich auch leicht zu einem 360-Grad-Feedback ausbauen (Einbeziehung der Feedbacks von Chefs und Kollegen), doch dieses verfolgt umfassendere Ziele. Die Art des Feedbacks folgt direkt aus der Zielsetzung, über die wir also vorher sprechen sollten.